Projects
No. 7 Wang Taocheng

Private Party
Eröffnung: Freitag, 27. Juni, um 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 28. Juni 2008 bis 31. Juli 2008
Nicht zuletzt wegen der diesjährigen Olympischen Spiele in Peking ist China in aller Munde. Wer sich allerdings mehr für Kunst als für Sport interessiert und diese hautnah erleben möchte, muss nicht die weite Reise bis ins Reich der Mitte antreten. vierter stock zeigt China für Kunstinteressierte. Wie schon im vergangenen Jahr organisiert vierter stock auch 2008 wieder ein Künstleraustausch-Programm. Der „artist in residence“ kommt diesmal aus Shanghai.
Wang Taocheng lebt und arbeitet in den Räumlichkeiten von vierter stock von April bis Juni dieses Jahres. Seine hier entstandenen Werke präsentiert er nun ab dem 27.Juni in der Koloniestraße 131 in Berlin Wedding. Nach vielen bürokratischen Hindernissen gelang es durch die Unterstützung des Goethe-Instituts Shanghai, dem 28 Jahre alten Künstler eine einjährige Ausreise- und Aufenthaltserlaubnis zu beschaffen. Berlin bildet hierbei die erste Station seiner Reise. Weitere „artist-in-residence“ Programme ermöglichen Wang Taocheng Aufenthalte in Göttingen und Lüneburg. Taocheng stammt aus der Provinz Sichuan und besuchte in der dortigen Hauptstadt Chengdu eine Schule für traditionelle chinesische Malerei. Im Anschluss daran studierte er Grafikdesign.
Wang Taochengs Arbeiten orientieren sich an der traditionellen chinesischen Zeichenkunst. So wird die chinesische Tinte die er verwendet, in ähnlicher Form seit etwa 2000 Jahren in China gebraucht. Darüber hinaus finden sich unter seinen Werken zahlreiche sogenannte „shou juan“, also traditionelle chinesische Papierrollen von bis zu mehreren Metern Länge, die im Übrigen anders als für Europäer üblich, von rechts nach links betrachtet werden. Textabschnitte und Bildsequenzen wechseln sich ab, stehen dabei aber nicht in direktem Zusammenhang. Vielmehr wird trotz der inhaltlichen Unterschiede von Wort und Bild eine einheitliche Gesamtatmosphäre geschaffen.
Ursprünglich dienten diese Rollen dem, was heute nahezu ausschließlich der Film übernommen hat: Die Erzählung einer Geschichte in Bildern. Taocheng knüpft an diese seit Jahrtausenden praktizierte Erzählweise an und interpretiert sie neu. Die in Berlin entstandene Serie hat Tagebuchcharakter. Der Künstler verarbeitet seine hier entstandenen Eindrücke und Inspirationen, die er während des für ihn ersten Aufenthalts auf dem europäischen Kontinent in und um Berlin gewinnt.
Wang Taocheng, Just arrived in Berlin, 264 x 33 cm, Tusche, Tee- und Goldarbe auf Xuan-Papier, 2008
Wang Taocheng, Untitled, 95 x 68 cm, Tusche auf Papier, 2008
Wang Taocheng, A person who has no experience , 272 x 70 cm, Tusche, Goldfarbe, Kunststoff, Wasserfarbe auf Xuan-Papier, 2008


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